Spezialräder · · 3 Min. Lesezeit
1000 Kilometer mit dem Hase Pino – ein Bericht
Von der Donauquelle bis hinter Wien: Christina und Massao haben das Hase Pino mit 11-Gang-Schaltung und 500-Wh-Akku über 1000 Kilometer getestet. Was das Tandem im Alltag taugt, was ins Auto passt und was der Trick mit der Trinkblase ist.
Dieser Bericht stammt aus dem Sommer 2018 und ist einer unserer meistgelesenen Beiträge. Das Hase Pino gibt es weiterhin bei uns — die aktuelle Ausstattung zeigen wir dir gern im Laden.
… von der Donauquelle bis weit hinter Wien
Der ursprüngliche Plan war, aus dem Urlaub heraus zu berichten. Diverse Umstände haben dazu geführt, dass wir uns erst jetzt melden.
Umstand Nr. 1: Wir haben gleich am ersten Tag das Handy in der Donau entsorgt. Selbstverständlich versehentlich! Die Erholung vom Alltag war dadurch ein wenig größer — die Hürde, in ein Internetcafé zu gehen, aber auch.
Umstand Nr. 2: Zum Schreiben fehlte die Zeit. Wer Outdoor-Urlaub macht, kennt das: Man hat seine festen Abläufe rund um Schlafen, Essen, Bewegung — und ansonsten tut man das, wofür man losgefahren ist. In unserem Fall: pedalieren. Im Schnitt 100 km am Tag.
Umstand Nr. 3: Wir sind durch die heißesten Tage des Jahres geradelt. Bei täglich über 40 Grad wollten unsere Körper außer Cola und ein paar Alibi-Salatblättern nur eins: Ruhe.
Nun aber das, was vom Weg aus geplant war — unser Pino-Resümee.
Die neue 11-Gang-Schaltung
Die zwei zusätzlichen Gänge sind Gold wert. Der Unterschied zur vorherigen 9-Gang-Schaltung, die wir in der Rhön bis an ihre (und unsere) Grenzen getrieben hatten, ist enorm. Gerade an Steigungen ist die 11-Gang-Schaltung ein Segen.
Der neue 500-Wh-Akku
Die Reichweite hat uns begeistert. In der Ebene hatten wir — trotz Gegenwind auf den gesamten 1000 km — nach 100 gefahrenen Kilometern teilweise noch 60 % Ladung. Fairerweise: Zu zweit ist man schneller unterwegs als auf einem Einzelrad, und über 25 km/h wird der Akku nicht mehr gefordert. Diese Ersparnis hat man dann als Reserve für schwierigeres Gelände.
Passt das ins Auto?
An- und Abreise haben wir mit dem Mietwagen gemacht. Es sieht auf den ersten Blick nicht so aus, aber das Pino passt auseinandergebaut selbst in kleine Autos. Hinfahrt: Opel Astra. Rückbank umgeklappt, Pino zerlegt, Taschen als Polster drumherum — fertig. Wir haben die Zeit gestoppt: Mit ein wenig Übung dauert das Auseinanderbauen 12 Minuten, der Zusammenbau ebenso.
Im Gleichtritt
Wenn beide unterschiedliche Trittfrequenzen mögen, lohnt es sich, das Kettenblatt des Stokers zu tauschen. Bei uns hieß es von vorne ständig: „Kannst du mir noch einen Gang mehr geben?“ Das ist reine Anpassungssache.
Kontaktfreudig und außergewöhnlich
Wir waren der Hingucker schlechthin. Das Pino ist ein Gefährt, das für Kontakte sorgt: Verbundenheit unter Tandemfahrern, zahllose begeisterte Daumen hoch und manchmal ein neidvolles „So was hätte ich auch gerne“.
Noch ein kleiner Trick
Wir haben eine 3-Liter-Trinkblase hinter dem Sitz des Stokers befestigt: zwischen Netzsitz und Rohr geklemmt und oben mit einem Hase-Gurt am Klettverschluss fixiert. Den Schlauch über den Sitz gelegt, sodass er seitlich baumelte — immer griffbereit.
Ein Partnergefährt
Was wir wieder einmal festgestellt haben: Das Pino ist ein hervorragendes Paar-Gefährt. Es ist eine Wohltat, im Gleichtakt durch die Lande zu gleiten, sich austauschen zu können, Vertrauen zu genießen — und in unserem Fall Geduld (der Partnerin) und Wendigkeit (des Fahrzeugs) auf die Probe zu stellen. So ist es, wenn Mountainbiker Pino fahren: Da werden Rad und Partnerschaft auf Herz und Nieren getestet. P.S.: Das Pino liegt fantastisch in den Kurven.
Eine Geschichte vom Weg
Wir haben eine Familie getroffen, die seit 18 Tagen mit zwei Rädern unterwegs war. Der Vater mit Pino, ohne Motor und mit viel Gepäck: vorne seine Tochter, die eine körperliche Behinderung hat, aber mit Handkurbel mittrat, hinten der Sohn am FollowMe. Die Mutter fuhr elektrisch und zog einen Anhänger — etwas Gepäck, vor allem aber den Rollstuhl der Tochter. Die Familie war begeistert von ihrem Pino, das sie seit Jahren für ausgiebige Outdoor-Urlaube nutzt. Gerade die Tochter schien glücklich über die Selbstwirksamkeit, die sie vorne auf dem Pino erlebte.
Das sind die für uns wichtigsten Dinge, die wir an euch weitergeben wollten. Wenn euch noch etwas am Hase Pino interessiert, schreibt uns oder ruft an. Ausführliche Informationen und Videos gibt es auch direkt bei Hase Bikes.
Bis zum nächsten Urlaub mit Produkttest — Eure Christina & Massao
Häufige Fragen
Passt das Hase Pino in einen normalen Pkw?
Ja. Auseinandergebaut passt es mit umgeklappter Rückbank sogar in einen Kompaktwagen. Mit etwas Übung dauert das Zerlegen etwa 12 Minuten, der Zusammenbau genauso lang.
Wie weit kommt man mit dem 500-Wh-Akku?
Auf der Tour hatten wir in der Ebene nach 100 Kilometern teils noch 60 % Ladung — auch bei Gegenwind. Zu zweit ist man oft schneller als 25 km/h, dann schiebt der Motor nicht mit und der Akku bleibt geschont. Am Berg braucht man die Reserve dann.
Kann ich das Pino bei euch Probe fahren?
Ja. Wir haben Spezialräder von Hase Bikes im Testcenter. Ruf am besten vorher kurz an (0551 29131819), damit das richtige Rad bereitsteht.
Für wen ist das Pino gedacht?
Für alle, die gemeinsam fahren wollen: Paare, Eltern mit Kind, Menschen mit Einschränkungen, die vorne im Liegesitz mittreten oder einfach mitfahren. Viele Hase-Modelle haben eine Hilfsmittelnummer — sprich uns an.